Geschichte

Ein Porträt des Gründervaters des SNF, Alexander von Muralt.

Der SNF investiert seit über 60 Jahren in Forschende und ihre Ideen. Gegründet 1952 aus der Besorgnis, dass die Schweizer Forschung nach dem Zweiten Weltkrieg ins Mittelmass absinken könnte, fördert der SNF heute jährlich rund 19'000 herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Der SNF wurde am 1. August 1952 durch die wissenschaftlichen Dachorganisationen der Schweiz gegründet. Kernaufgaben waren und sind die finanzielle Unterstützung von Forschungsprojekten aller wissenschaftlichen Disziplinen sowie die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Im Laufe der Zeit sind zahlreiche Aufgaben hinzugekommen, die Palette der Förderungsinstrumente und -massnahmen ist breiter und differenzierter geworden

  • Die Vorgeschichte

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    ​Mai 1945: Der Krieg war zu Ende. Schweizer Wissenschaftler und Industrielle nahmen ihre Beziehungen zu ausländischen Kolleginnen und Kollegen wieder auf. Dabei stellten sie konsterniert fest, dass die wissenschaftliche und technologische Forschung vor allem in den wichtigsten Krieg führenden Ländern der Schweizer Forschung bereits weit überlegenen war. Alarmstimmung herrschte, und nur eine grosse nationale Anstrengung schien geeignet, das Absinken der Schweiz ins Mittelmass zu verhindern. Aus dieser Besorgnis heraus ist der SNF entstanden.

  • Die Initianten

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    ​Auf der institutionellen Seite hat die damalige Schweizerische Naturforschende Gesellschaft, die heutige Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (scnat), eine Führungsrolle bei der Schaffung des SNF übernommen. In Zusammenarbeit mit den anderen wissenschaftlichen Dachgesellschaften wurden Anfang der 1950er Jahre die Ziele des SNF definiert und die Statuten erarbeitet.

    ​Mit grossem persönlichem Einsatz gelang es dann dem eigentlichen Gründervater des SNF, dem Berner Physiologie-Professor Alexander von Muralt, den Bundesrat davon zu überzeugen, dem SNF die finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen, die er zur Erfüllung seiner Aufgaben brauchte. Die unter von Muralts Federführung verfasste Eingabe an den "Hohen Bundesrat und das Parlament" liess an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig und beschrieb die Situation zu Beginn der Fünfzigerjahre als Besorgnis erregend:

    "Die in der Schweiz bisher zur Verfügung stehenden Mittel sind aber heute ungenügend und zu zersplittert, um neben die hervorragenden Einzelleistungen die breite Entwicklung eines selbständig arbeitenden wissenschaftlichen Nachwuchses und eine tragende Grundschicht von wissenschaftlich erfolgreich arbeitenden Persönlichkeiten zu stellen, wie dies in anderen Ländern immer mehr zur Regel geworden ist."

    Am 26. Oktober 1951 überwies der Bundesrat seine Botschaft über die Gewährung von Bundesbeiträgen an die Stiftung "Schweizerischer Nationalfonds" ans Parlament.

  • Die Gründung

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    ​Die Gründung erfolgte am 1. August 1952 im Rahmen eines festlichen Akts im Ständeratssaal des Bundeshauses. Die beiden Bundesräte Etter und Feldmann waren an der Gründungsfeier persönlich dabei und zeigten damit die Bedeutung, welche die Bundesbehörden der Gründung des SNF beimassen.

    ​Die ersten Lebensjahre des SNF waren der Konsolidierung seiner Abläufe und Reglemente gewidmet. Der Forschungsrat war zu Beginn noch nicht wie heute in Abteilungen aufgeteilt, welche die verschiedene Wissenschaftsbereiche gruppieren.

  • Die ersten 60 Jahre

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    ​In den ersten 60 Jahren seiner Förderungstätigkeit hat der SNF über 11 Milliarden Franken in wissenschaftliche Forschung investiert. In diesem Zeitraum hat er mehr als 70‘000 Gesuche in der Projekt- und Karriereförderung beurteilt und über 20'000 jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mittels Stipendien einen Forschungsaufenthalt im Ausland ermöglicht.

    Seit ihrer Einführung 1975 hat der SNF rund 70 Nationale Forschungsprogramme (NFP) lanciert und mit über 660 Millionen Franken finanziert. Zudem hat er für die 28 seit 2001 geschaffenen Nationalen Forschungsschwerpunkte (NFS) in den ersten zehn Jahren rund 627 Millionen Franken bereitgestellt.

    Zu Beginn seiner Tätigkeit stand dem SNF ein Jahresbudget von 4 Millionen Franken zur Verfügung, 25 Jahre später belief sich dieser Betrag auf 124 Millionen Franken, und 60 Jahre nach der Gründung, sind es über 800 Millionen Franken.

    Der SNF hat sein Förderungsangebot laufend weiter ausgebaut. Es gibt heute ein breites Spektrum an Förderungsinstrumenten (in den Bereichen Projekte, Karrieren, Programme, Infrastrukturen, Wissenschaftskommunikation), zu welchen die Forschenden ihre Gesuche einreichen können.

  • Der Weg in die Zukunft

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    ​Vermehrt junge Talente für eine Forschungskarriere an den Hochschulen oder in der Wirtschaft zu gewinnen, hat für den SNF mit Blick in die Zukunft höchste Priorität. Er will künftig noch gezielter dazu beitragen, dass Nachwuchsforschende im entscheidenden Moment eine Chance bekommen, sich zu bewähren.

    Um Trends und Bedürfnisse in der Forschungslandschaft frühzeitig zu erkennen, sucht der SNF zudem neue Wege, z. B. direkte Befragungen bei potenziellen Gesuchstellenden. Dadurch will er die Forschenden in der Schweiz noch bedürfnisorientierter und flexibler unterstützen. Dies soll nicht zuletzt deren Konkurrenzfähigkeit im weltweiten Wettbewerb stärken.

    Forschung trägt schliesslich massgeblich zur Lösung gesellschaftlicher und globaler Probleme bei. Der SNF unterstützt daher auch künftig den freien Zugang zu Forschungsergebnissen, deren Überführung in die Praxis (WTT) und den Dialog zwischen Forschenden und Öffentlichkeit.