SNF-Wettbewerb für wissenschaftliche Bilder

Die 4 ausgezeichneten Bilder des Bilderwettbewerbs 2022.

An die Kamera, fertig, los! Machen Sie Schweizer Forschung sichtbar

​​​​​​​​​Der SNF-Wettbewerb für wissenschaftliche Bilder lädt alle in der Schweiz tätigen Forscherinnen und Forscher ein, ihre Arbeit für die Öffentlichkeit und die Medien sichtbar zu machen. Der Wettbewerb würdigt Fotografien, Bilder und Videos, die mit ihrer ästhetischen Qualität und Kraft inspirieren und Erstaunen auslösen, Wissen vermitteln und illustrieren, menschliche Geschichten erzählen oder neue Welten entdecken.

Alle eingereichten Beiträge (über 2300 bis heute) sind in unserer Online-Galerie auf Flickr verfügbar.

  • Gewinner 2022

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    Die Jury hat vier erste Preise und zehn Auszeichnungen vergeben. Insgesamt wurden 334 Werke eingereicht.

    ​​Gewinne​r

    Kategorie 1 – Das Forschungsobjekt

    Schnittbild einer Bibliothek, von Patrick Fleming und Petronella Mill

    Schnittbild einer Bibliothek, von Patrick Fleming und Petronella Mill
    Research Fellow und Research Associate, Departement Architektur, ETH Zürich

    Das Bild zeigt einen Vertikalschnitt durch ein 3D-Modell der Stadtbibliothek von Stockholm (Baujahre 1924–28 und 1931–32). Zwischen 2020 und 2025 wird das von Erik Gunnar Asplund gebaute Gebäude umfassend renoviert. Dabei untersuchen Forschende mittels Laserscanning auch die historische Bauweise, die Akustik und die Beleuchtung. Nach über 1200 Laserscans ist eine Punktwolke mit über 15 Milliarden Punkten entstanden. Damit lassen sich hochpräzise Pläne, Zeichnungen und neuartige Visualisierungen wie die hier gezeigte Schnittdarstellung anfertigen. Ziel ist es, verlorenes Wissen zurückzugewinnen und das architektonische Erbe der Bibliothek zu erhalten. Das Forschungsprojekt liefert die bisher umfassendsten Informationen über Erik Gunnar Asplunds Meisterwerk, das ein Meilenstein in der Architektur des zwanzigsten Jahrhunderts ist.

    Kommentar der Jury │ Durch den verblüffenden Detailgrad eröffnet dieses Bild neue Perspektiven und eine Projektion ins Metaversum der Zukunft. Es zeigt den Wert des architektonischen und wissenschaftlichen Schaffens und ebnet den Weg zu neuartigen wissenschaftlichen und kulturellen Visualisierungen.

    Kategorie 2 – Frauen und Männer der Wissenschaft

    Forensische Forschung in der Natur, von Lara Indra

    Forensische Forschung in der Natur, von Lara Indra
    Doktorandin, Institut für Rechtsmedizin, Universität Bern

    In der forensischen Anthropologie schätzen wir den Todeszeitpunkt, indem wir die Knochen und den Verwesungsprozess von Leichen untersuchen. Dieser sehr komplexe Prozess verläuft je nach Umgebung und Eigenschaften des Körpers unterschiedlich, was Aussagen erschwert. Auf dem Bild nehme ich eine Probe eines verwesten Schweinekadavers für ein forensisches Experiment im Freien. Das Ziel waren grundlegende Aussagen über die Geschwindigkeit und Abläufe der Verwesung, Entomologie, Bodenchemie und Mikrobiologie. Dieses Wissen wird in die Forschung zu Zersetzungsprozessen in Wäldern einfliessen und zu genaueren Schätzungen über den Todeszeitpunkt in forensischen Fällen beitragen. Das Bild wurde mit einer Wildkamera aufgenommen, daher die Informationsleiste am unteren Rand.

    Kommentar der Jury │ Das mit einer automatischen Wildkamera aufgenommene Bild gibt einen authentischen, nicht inszenierten Einblick in die Feldarbeit eines faszinierenden Forschungsbereichs. Es erinnert daran, dass Wissenschaft auch eine körperliche Tätigkeit ist und nicht nur in sterilen Labors stattfindet.

    Kategorie 3 – Die Orte und Werkzeuge

    SchwimmendeUntertasse, von Julie Fahy

    Schwimmende Untertasse, von Julie Fahy
    Doktorandin, Hochschule für Landschaft, Ingenieurwesen und Architektur (HEPIA), Fachhochschule Westschweiz

    Teiche beherbergen eine reiche biologische Vielfalt und erbringen vielfältige Ökosystemleistungen. In Forschung und Politik fanden sie bisher aber wenig Beachtung und es gibt noch viel zu lernen über ihre Funktion und Rolle im Kohlenstoffkreislauf. Feuchtgebiete binden Kohlenstoff aus der Atmosphäre, setzen aber auch Treibhausgase frei, insbesondere in Form von Methan- und CO2-Blasen, die aus den Sedimenten entweichen. Unsere «schwimmende Untertasse» mutet ausserirdisch an. In der Kammer werden die aus dem Teich an die Oberfläche gelangenden Treibhausgase eingefangen, die wir dann entnehmen und analysieren.

    Kommentar der Jury │ Mit einem gut gewählten Bildausschnitt und eleganten Spiegelungen auf dem Wasser bietet dieses an die Renaissancemalerei erinnernde Bild eine ehrliche, authentische Dokumentation der Feldarbeit mit einem humorvollen Touch. Es zeigt, dass Forschung – selbst zu so wichtigen Themen wie Klimawandel – oft erst durch kreative Einfälle und einfache, improvisierte Hilfsmittel möglich wird. Wie der Titel der Arbeit sagt, ist Forschung nicht nur Hightech.

    Kategorie 4 – Video Loops

    Neuronale Steuerung, von Alexandre Dumoulin

    Neuronale Steuerung, von Alexandre Dumoulin
    Postdoc-Forscher, Department of Molecular Life Sciences, Universität Zürich

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    Wachsende Neuronen (pink und grün) werden von bestimmten Zielzellen in ihrer Umgebung angezogen (blau). Dieses Video veranschaulicht eines der Grundprinzipien der Bildung neuronaler Schaltkreise: Zur Schaffung eines funktionierenden Nervensystems werden Nervenzellenausläufer zu bestimmten Zielen gelenkt. Die in der ventralen Mittellinie des Zentralnervensystems stationierten Wegweiserzellen lenken die Kommissuralaxone zur kontralateralen Seite des Nervensystems. Dieses Video zeigt im Zeitraffer Bilder, die mit einem Konfokalmikroskop über einen Zeitraum von zehn Stunden aufgenommen wurden.

    Kommentar der Jury │ Eine wunderschöne Visualisierung der Komplexität dynamischer Biologie. Sie zeigt auf, wie Neuronen interagieren, nicht nur untereinander, sondern auch mit anderen Arten von Zellen, was häufig vergessen wird. Ein Zeugnis der Magie der Wissenschaft, die entsteht, wenn sie enthüllt, was im Kopf des Betrachters vor sich gehen könnte.

  • Über den Wettbewerb

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    Der SNF schreibt diesen Wettbewerb jährlich aus. Eine international besetzte Jury trifft sich zu Beginn des Jahres, um in vier Kategorien je einen Beitrag mit einem Preis von 1000 Franken zu prämieren. Daneben wird ein Preisgeld von CHF 250 für weitere Auszeichnungen vergeben. Die ausgewählten Arbeiten werden im April/Mai von der Jury bekanntgegeben und in einer Ausstellung an den Bieler Fototagen präsentiert. Des Weiteren werden sie der Öffentlichkeit, den Medien und den wissenschaftlichen Institutionen zugänglich gemacht.

    Der Wettbewerb verfolgt verschiedene Ziele: Er will die wachsende Bedeutung von Bildern in der Forschung aufzeigen, einen tieferen Einblick in die Praxis der Wissenschaft gewähren und die Forschenden selbst sichtbarer machen. Der Wettbewerb möchte auch die Medien dazu anregen, mit Bildern facettenreicher über die Wissenschaft zu berichten. Die Werke sollen zudem an Ausstellungen der breiten Öffentlichkeit gezeigt werden.

    Der SNF ermutigt die Forschenden, ihre Kamera in die Hand zu nehmen und ihr – oft aussergewöhnliches – Arbeitsumfeld zu dokumentieren und dabei ihre Kolleginnen und Kollegen zu porträtieren.

    Jury 2022

    Die Jury ist international besetzt und umfasst Fachleute aus den Bereichen Fotografie, Museen, Medien und Forschung.

    Präsident

    Mitglieder

    Preisverleihung, Ausstellung und Online-Galerien

    Die Preisverleihung findet im Mai 2022 an den Bieler Fototagen statt, wo die preisgekrönten Werke sowie eine Auswahl weiterer Arbeiten in einer Ausstellung gezeigt werden.

    Die Bilder werden in verschiedenen Ausstellungen gezeigt sowie online verfügbar sein:

  • Teilnahme

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    Teilnahmebedingungen

    Der Wettbewerb steht Forschenden offen, die an einer Hochschule oder in einer anderen Forschungsinstitution in der Schweiz tätig sind.

    Der Beitrag muss in den 12 Monaten vor Einsendeschluss erstellt worden sein.

    Einreichung

    Die Teilnahme am Wettbewerb erfolgt ausschliesslich mittels eines Online-Formulars.

    Wettbewerbskategorien

    Alle Teilnehmenden können 1 bis 5 Beiträge einreichen, die in eine oder mehrere der folgenden Kategorien verteilt sind.

    1) Das Forschungsobjekt (Bild)

    Vom Mikro- zum Makrokosmos, das Bild des Forschungsobjektes, von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit einem Fotoapparat eingefangen oder vom Computer rekonstruiert.

    2) Die Männer und Frauen der Wissenschaft (Fotografie)

    Fotografische Dokumentation der Forschungspraxis von und mit den Akteurinnen und Akteuren.

    3) Die Orte und Werkzeuge (Fotografie)

    Fotografische Dokumentation des wissenschaftlichen Umfelds, sowie der Instrumente und Werkzeuge, mit denen Messungen, Daten und Erkenntnisse generiert werden

    4) Video-Loop (Video)

    Chronofotografie, Video oder animiertes GIF, die ein Thema aus einer der Kategorien 1 bis 3 dokumentieren.

    Technische Angaben

    Fotografie

    Digitale Bilddatei, die mittels eines Fotoapparats erstellt wurde. Format: JPEG oder TIFF.  Maximalgrösse: 100 MB. Minimalauflösung: 2000 x 3000 Pixel (16,9 x 25,4 cm zu 300 dpi). Digitale Bearbeitung erlaubt.

    Bild

    Digitale Bilddatei, die mittels eines Fotoapparats oder mit einem Computer anhand von Daten aus wissenschaftlichen Beobachtungen oder Computersimulationen erstellt wurde (erklärende Infografiken sind nicht zugelassen). Weitere Angaben: siehe "Fotografie" oben.

    Video

    Digitale Videodatei, die mittels einer Kamera oder mit einem Computer anhand von Daten aus wissenschaftlichen Beobachtungen oder Computersimulationen erstellt wurde (erklärende Infografiken sind nicht zugelassen). Formate: GIF, AVI, MP4 (Endlosschleife). Maximalgrösse: 300 MB. Dauer: 3 bis 15 Sekunden. Minimalauflösung: 480 x 720 Pixel (DVD-Auflösung). Digitale Bearbeitung erlaubt.

    Verwendung der Bilder

    Die Urheberrechte der Werke verbleiben bei den Teilnehmenden. Durch die Teilnahme geben sie dem SNF die Erlaubnis, die eingereichten Werke unter der CC-BY-NC-ND Lizenz (https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de) zu publizieren: Die Werke können uneingeschränkt verwendet werden, sofern die Autorenangaben gemacht werden und die Werke nicht bearbeitet und nicht zu kommerziellen Zwecken eingesetzt werden. ​

  • Publikumspreis 2017-2021

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    Im März 2021 wählte das Publikum aus 50 Fotos und 15 Videos je einen Gewinner. Die Vorauswahl wurde im Februar 2021 von Studierenden der Fotoklasse der Schule für Gestaltung Bern und Biel getroffen.

    Blick aus dem neokortikalen Wald (2017)

    Nicolas Antille (EPFL)

    Jump! (2021) - Video

    Daniel Huber  (Universität Genf)

  • Gewinner 2017 - 2021

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    Online-Galerie

    Viele der eingereichten Beiträge sind in einer Online-Galerie zu sehen. Folgen Sie den Wettbewerbsbildern auf Twitter mit dem Hashtag #SwissScienceImage.

  • News

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