Startschuss für 321 Projekte in freier Themenwahl

Keyvisual Projektförderung
© Constantine Johnny

Die Themen reichen von Klimaprojekten bis zu neuen Therapien für Prostatakrebs: Während einem bis vier Jahren unterstützt der SNF die Forschungsvorhaben mit durchschnittlich je knapp 700’000 Franken aus der Projektförderung.

Fridays for Future, Klimakrise, Netto Null – die Debatte um den Klimawandel und die Nachhaltigkeit ist vor einigen Jahren in die Mitte der Gesellschaft gerückt. Auf immer vielfältigeren Wegen versuchen Forschende, Umweltwissen in Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern zu vermitteln. Yvonne Schmidt von der Berner Fachhochschule und ihr Team werden sich mit Klima-Kunst-Projekten in der Schweiz beschäftigen. An der Schnittstelle von Künstlerischer Forschung, Ökologischen Künsten und Humangeografie untersuchen sie die Frage: Wie wird ein gesellschaftlicher Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit möglich?

Das grösste SNF-Förderinstrument

Das Projekt von Yvonne Schmidt ist eines von 321, die diesen Frühling einen SNF-Beitrag in der Projektförderung erhalten haben. Dieses grösste Förderinstrument wird zweimal im Jahr ausgeschrieben. Der SNF verwendet rund die Hälfte seines Budgets dafür. «Wir freuen uns, auch dieses Mal wieder so viele Forschende bei ihren selbst gewählten Themen unterstützen zu können und sind gespannt auf die Resultate», sagt Thomas Werder Schläpfer, Mitglied der Geschäftsleitung. Mittels eines anspruchsvollen Evaluationsverfahrens hat der SNF die 321 Projekte aus 867 eingereichten Gesuchen ausgewählt. Insgesamt investiert er 223 Millionen Franken.

Für erfahrene Forschende

Die Projektförderung ist offen für etablierte Forschende aller Disziplinen. 37% der bewilligten Projekte stammen aus den Lebenswissenschaften, 34% aus Mathematik, Ingenieur- und Naturwissenschaften und 29% aus den Geistes und Sozialwissenschaften.

15% der Projektleitenden sind weniger als 40 Jahre alt, 50% weniger als 50 Jahre. Die meisten Forschenden arbeiten an den Universitäten (60%); 26% von ihnen sind im ETH-Bereich tätig, 9% an Fachhochschulen oder Pädagogischen Hochschulen und 5% an weiteren Institutionen.

Mehr Frauen in Lebenswissenschaften und MINT-Disziplinen

In den Geistes- und Sozialwissenschaften befindet sich der Frauenanteil mit 39% der Beitragsempfangenden auf dem Niveau der Vorjahre. In den Lebenswissenschaften sowie im Bereich Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften ist der Anteil mit 32% bzw. 22% leicht gestiegen. Über alle Disziplinen betrachtet entspricht der Frauenanteil der Beitragsempfangenden mit 31% etwa dem Anteil an eingereichten Gesuchen von Frauen (30%).

38,5% der an der Ausschreibung teilnehmenden Forscherinnen waren mit ihrem Gesuch erfolgreich, womit sie eine leicht höhere Erfolgsquote erzielten als die Männer (36,4%).

Weitere Beispiele geförderter Projekte von Forschenden und ihren Teams

Lebenswissenschaften

  • Welche Rolle spielen Darmbakterien bei der Entstehung von Prostatakrebs? Dieser Frage geht Andrea Alimonti (Institut für onkologische Forschung Bellinzona) nach und versucht so, neue Therapieansätze zu entwickeln.
  • Komplexe Gewebe und Organe bilden sich in einem Organismus aus einzelnen Zellen. Prisca Liberali (Friedrich Miescher Institut Basel) erforscht, wie das genau funktioniert.

Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften

  • Stadtböden sind eine wichtige Ressource und können zahlreiche Ökosystemdienstleistungen erbringen. Sie haben unter anderem die Fähigkeit, Wasser und Wärme zu regulieren. Durch eine bessere Kenntnis dieser Böden und eine gezielte Bewirtschaftung können diese Ökosystemleistungen in Zukunft noch besser genutzt werden. Damit befasst sich Géraldine Bullinger-Weber (Fachhochschule Westschweiz).
  • Christoph Studer (ETH Zürich) erforscht neue Methoden im Zusammenhang mit Positionierungssystemen, die geräteunabhängig sind. Diese Systeme ermöglichen es, einen Standort auch in Innenräumen oder dichtbesiedelten Gebieten zu lokalisieren.

Geistes- und Sozialwissenschaften

  • Die Corona-Pandemie hat gezeigt: Das Zusammenspiel von Wissenschaft und Gesundheitspolitik ist bei der Bekämpfung von gefährlichen Infektionskrankheiten entscheidend. Marcel Weber (Universität Genf) untersucht diese Verbindung aus wissenschaftsphilosophischer und politisch-philosophischer Sicht und gibt Empfehlungen für die Zukunft.